Ouessant-Schaf

Diese Rasse stammt ursprünglich von der Île d’Ouessant im Westen der Bretagne.

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Dieser Bock – mit beeindruckenden Hörnern – gehört zu der kleinsten Schafrasse Europas.

Mit einer Schulterhöhe von 50 cm ist das „bretonische Zwergschaf“ wahrlich nicht groß, aber perfekt an seinen ursprünglichen Lebensraum angepasst: Die Île d’Ouessant im Westen der Bretagne.
Die karge Landschaft und die stürmischen Winter auf der Insel haben eine äußerst robuste Schafrasse hervorgebracht, die geringe Ansprüche an ihren Lebensraum und ihr Futter stellt. Bis ins 19. Jahrhundert wurden die Schafe aufgrund ihrer Wolle gehalten. Da es auf Ouessant keine natürlichen Feinde gab, konnten sich die Tiere frei auf der Insel bewegen und lebten die meiste Zeit auf sich allein gestellt.
Als gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine Fährverbindung zwischen der Insel und dem Festland eingerichtet wurde, verbreitete sich das Minischaf rasch bei der wohlhabenden Bevölkerung, die sich die Tiere zum Vergnügen hielten.

Auf der Insel Ouessant versuchte man unterdessen durch Einkreuzungen die Größe und Fleischqualität der Schafezu steigern, was jedoch nicht sehr erfolgreich war.
Leider wurde dies so weit getrieben, dass es bald keine reinrassigen Schafe mehr auf Ouessant gab. Das hätte beinahe das Ende dieser Rasse bedeutet.
Die „Liebhaberei“ der Festlandbevölkerung stellte sich als glücklicher Umstand heraus: Da die Tiere oft auf großen Anwesen unter sich gehalten wurden, gab es etliche reinrassige Herden.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts erfreute sich die kleine Schafrasse wieder sehr großer Beliebtheit und wurde gezielt gezüchtet.

In großen Teilen Europas werden heute Ouessant-Schafe gehalten.

Die Ouessant-Wolle, die bei mon petit rouet versponnen wird, stammt von einer Herde aus dem Creuse, einem Departement nordwestlich des Zentralmassifs.

photo: C. Brassaud

Die Wolle des Ouessant-Schafs ist sehr häufig dunkelbraun, was auch der ursprünglichen Farbe entspricht. Die männlichen Tiere tragen große Spiralhörner, die etwas Abstand vom Kopf haben. Die Weibchen sind ungehörnt und mit einer Schulterhöhe von max. 47 cm etwas kleiner als die Böcke.
Heute werden die Tiere gerne als Landschaftspfleger eingesetzt.

photo: C. Brassaud